Lebensraum

Wohnen bedeutet nicht nur, Unterkunft zu haben und versorgt zu sein. Wohnen heißt „zu Hause sein“: In vertrauter Umgebung Geborgenheit zu spüren, sich wohl zu fühlen, den Aufenthalt genießen, sich zurückziehen können oder Kontakte knüpfen – zu leben, wie man es selbst möchte.

Menschen mit Behinderungen wünschen sich dies genauso, wie Menschen ohne Behinderungen. „Das ist mein Zimmer!“ unterstreicht den Stellenwert des Wohnens und die davon ausgehenden Wirkungen auf die Entwicklung und Persönlichkeit eines Menschen.

Die Wohnstätten als Alternative

Dieses Zuhause finden viele bei ihren Familien. Das verlangt von den Angehörigen viel Zeit, Kraft und oftmals auch bauliche Maßnahmen oder Gerätschaften, die nicht ohne weiteres vorzuhalten sind. Und es verlangt von den Betreuten oft ein Verzicht auf mögliche Eigenständigkeit.

Bereits 1970 wurde in der Vereinssatzung festgelegt, dass der Verein Lebenshilfe in Ulm / Neu-Ulm bei Bedarf Wohnstätten für die Betreuten errichten kann. Stetig wachsende Nachfrage von Eltern, die die Betreuung ihrer erwachsenen Kinder nicht mehr leisten konnten, machten die Planung von Heimplätzen nötig. Nach und nach sind unsere Wohnstätten mit stationärer Betreuung an verschiedenen Standorten entstanden. Aber auch aktuell ist durch den Wunsch, der regionalen Nachfrage nachzukommen, ein neuer Standort in Planung.

Überblick über unser Angebot

Um auf unterschiedliche Wünsche und Möglichkeiten der Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen einzugehen, haben sich bisher folgende Wohn- und Betreuungsformen entwickelt:

  • Stationäres Wohnen in einer unserer Wohnstätten, meist verbunden mit dem Angebot der Tagespflege
  • Außenwohngruppen als möglicher Übergang zum Ambulant Betreuten Wohnen
  • Ambulant Betreutes Wohnen mit mehr Raum für Selbständigkeit, aber auch mit mehr Eigenverantwortung
  • Kurzzeitunterbringung / Verhinderungspflege als entlastendes Angebot für Angehörige, die zu Hause betreuen

Aufnahme

Die Anfragen nach Wohnstättenaufnahme kommen in der Regel vom Sozialdienst der Werkstätten oder den Angehörigen, in seltenen Fällen auch von Behörden und anderen Einrichtungen.
Vor der Aufnahme findet ein Gespräch statt, in dem sich zukünftige Bewohner und Wohneinrichtung gegenseitig vorstellen. Dabei werden die Lebensbedingungen in der Einrichtung erklärt und der Heimvertrag und die Hausordnung vorgestellt. Auch ein Probewohnen ist möglich.

Vor der Aufnahme ist die Kostenfrage zu klären. Dabei ist die Wohnstätte oder der Sozialdienst der Werkstätten beim Antrag auf Kostenübernahme beim örtlichen Sozialhilfeträger behilflich. In Notfällen kann auch eine Aufnahme ohne Kostenübernahmeerklärung erfolgen bzw. notwendig werden.